Studienplatzfinanzierung = Zugangsbeschränkungen

Warum es Dich betrifft?

 

  • Die Regierung hat sich in ihrem neuen Programm auf die sogenannte "Studienplatzfinanzierung" für Unis geeinigt
  • Die verfügbaren Studienplätze werden hierbei je nach Modell an hand unterschiedlicher Faktoren berechnet.
  • Ab 2018 soll mit Jus/Rechtswissenschaften begonnen werden und ab 2019 alle weiteren Studiengänge an Universitäten
  • Das bedeutet flächendeckende Zugangsbeschränkungen und Aufnahmeverfahren und damit eine weitere Hürde für deinen Studienbeginn.
  • Auch wenn du vorher mit dem Studium beginnst, kannst du beispielsweise nicht mehr so einfach das Fach wechseln oder ein weiteres Fach beginnen.

Wichtig: Lass dich nicht von einem Aufnahmeverfahren entmutigen oder sogar von deinem Wunschstudium abbringen!

Die ÖH unterstützt Dich mit persönlicher Beratung, Studieren Probieren oder der Studienplattform bei deiner Studienwahl.

 

Impressum

Österreichische Hochschüler_innenschaft
Vertretungsbefugte Vorsitzende Johanna Zechmeister
Taubstummengasse 7-9
1040 Wien

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Fax: +43 (0)1/ 310 88 80 - 36

Erklärung zu Sankey

Ein Sankey-Diagramm ist eine graphische Darstellung von Mengenflüssen. Anders als beim Flussdiagramm werden die Mengen durch mengenproportional dicke Pfeile dargestellt. Sankey-Diagramme sind wichtige Hilfsmittel zur Visualisierung von Energie- und Materialflüssen sowie von Ineffizienzen und Einsparpotenzialen im Umgang mit Ressourcen.

Das "Modell Vitouch"

Der Vorsitzende der Universitätskonferenz, Oliver Vitouch, hat als Vorschlag für die Zahl künftiger Studienplätze eine Orientierung an den Absolvent_innenzahlen vorgeschlagen. Er schlägt vor, die Plätze an den öffentlichen Universitäten an Hand der Zahl der Absolvent_innen (+ 20 %) zu beschränken.

Wir haben uns angesehen, wieviele Plätze in unterschiedlichen Fächergruppen und an verschiedenen Universitäten zur Verfügung stehen würden. Auf Basis dieses Modells würde das österreichweit eine Reduktion der Zahl der angefangenen Studien um etwa 60 % bedeuten. In manchen Fachrichtungen, wie beispielsweise "Wirtschaft und Recht" an der Wirtschaftsuniversität Wien, würden die Plätze sogar um 80 % reduziert. Das bedeutet, dass von zehn Studieninteressierten für Wirtschaft und Recht nur zwei einen Platz bekommen würden.

Auf den folgenden Unterseiten kannst du die Reduktion der Studienplätze auf Basis des "Modell Vitouch" nachvollziehen. Es gibt sowohl eine Darstellung für die Zahl der Plätze an allen öffentlichen Universitäten Österreichs, als auch ausgewählt für einige Beispieluniversitäten eine Darstellung der Reduktion der Plätze nach Fachrichtungen.

Prüfungsaktivität

Ein Argument, das in der Diskussion um Zugangsbeschränkungen immer wieder auftaucht ist, dass an den Universitäten kaum Studierende ihr Studium abschließen oder Prüfungen machen. Dabei werden die Zahlen oftmals mißbräuchlich verwendet, beispielsweise wird man in Österreich nur als prüfungsaktiv gezählt, wenn man aus einem Studium in einem Studienjahr zumindest 16 ECTS macht. Wenn diese Prüfungsleistungen sich auf zwei Studien aufteilen, gilt man in beiden Studien nicht als prüfungsaktiv. Würde die Zahl der Studienplätze an diesen fiktiven Zahlen der "prüfungsaktiven Studierenden" bemessen, ergäbe sich ebenfalls eine drastische Reduktion um etwa 50 % der Studienplätze. In den folgenden Diagrammen kannst du diese Reduktion genauer betrachten.

Soziale Selektion

Oft hört man als Argument, Zugangsbeschränkungen seien nicht sozial selektiv und sorgen für bessere Studienbedingungen. Das ist jedoch so pauschal keineswegs wahr. An der Universität für Medizin in Wien gibt es seit 2005 Zugangsbeschränkungen. Seither hat sich die Zusammensetzung der Studierenden deutlich verändert, Studierende aus bildungsfernen Haushalten werden an den Rand gedrängt, wie eine Studie der Arbeiterkammer Wien gezeigt hat.

Dabei darf nicht vergessen werden, dass die Österreichischen Regierungen der letzten Jahre stets bei den studienbezogenen Beihilfen gespart haben. Die Bezugsdauer der Familienbeihilfe wurde im Jahr 2011 von 26 auf 24 Jahre gesenkt. Darüber hinaus wurde die wichtigste Beihilfe für Studierende aus einkommensschwachen Familien, die Studienbeihilfe, seit 1999 nicht an die Inflation angepasst. An diesem Manko ändert auch die wiederholte Ankündigung einer Verbesserung in diesem Bereich Nichts.

Ein weiterer Faktor ist die Planbarkeit von Studien mit Zugangsbeschränkungen. Gerade für Studierende, die nicht durch die Matura sondern durch Studienberechtigungs- oder Berufsreifeprüfung ihren Zugang zu den Universitäten schaffen, erschwert sich die Planbarkeit durch Aufnahmetests. Für Überbrückungszeiten zum Studienbeginn muss eine Finanzierung sichergestellt sein, was das Österreichische Beihilfenrecht leider nicht ermöglicht. Das ist für die die Frage der sozialen Selektion von Zugangsbeschränkungen insofern relevant, als Studierende mit "Nicht-traditionellem" Hochschulzugang überdurchschnittlich oft aus bildungsfernen Schichten stammen, wie die Studierenden-Sozialerhebung 2015 auf S 56 eindrucksvoll ausweist. Die traurige Konsequenz dieser Entwicklung sehen wir ebenfalls in der Medizin. Der Anteil an Studierenden mit nicht-traditionellem Zugang ist in diesem Fach seit Einführung der Zugangsbeschränkungen deutlich gesunken, wie du an einer Grafik weiter unten nachvollziehen kannst.

Ein großes Problem sind Zugangsbeschränkungen aber auch für ausländische Studierende, die von den Österreichischen Universitäten angezogen werden. Wenngleich Österreich von diesen Studierenden sehr profitiert, da Sie das universitäre Leben bereichern und oft hochqualifizierte Absolvent_innen sind, aus denen die Österreichischen Arbeitgeber Nutzen ziehen, wird ihnen das Studium durch Zugangsbeschränkungen verunmöglicht. Warum das so ist, wird bald eine kurze Geschichte von ausländischen Studierenden und den Stolpersteinen am Weg ins Österreichische Hochschulsystem zeigen.

Viele Befürworter_innen von Zugangsbeschränkungen meinen,  dass die Behauptung Aufnahmetests seien sozial selektiv bildungsfernen Schichten Dummheit unterstelle. Nichts liegt der ÖH ferner, als eine solche falsche Aussage zu treffen. Die Gründe für das bessere Abschneiden von bildungsnahen Schichten in Zugangstests sind anderswo zu suchen. Beispielsweise können sich Studierende mit reichen Eltern problemlos sämtliche Lernmaterialen und Vorbereitungskurse für Aufnahmetests leisten. Sie müssen weniger oft arbeiten und haben mehr Zeit sich auf diese Tests vorzubereiten als Menschen, die keine reichen Eltern haben. Das ist der Grund, warum Zugangsbeschränkungen sozial selektiv wirken, wie durch die Studie der AK Wien sowie diverse Zahlen auf dieser Webseite belegt wird.

Links (Quelle) siehst du die Anzahl an begonnenen Bachelor- und Diplomstudien nach unterschiedlichen Universitäten. Diesen werden Rechts (Ziel) die Anzahl der Studienplätze (basierend auf den Erstabschlüssen) in einem Modell mit Zugangsbeschränkungen gegenübergestellt.

Dabei wurden die neu Zugelassenen Studien im Studienjahr 2014/2015 mit den Absolvent_innen desselben Studienjahres verglichen.

Daten: Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, uni:data Datawarehouse Hochschulbereich des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft,  (01.03.2017).

Veränderung der Studienzahlen an der Universität Wien

Links (Quelle) siehst du die Anzahl an begonnenen Bachelor- und Diplomstudien nach unterschiedlichen Fächergruppen. Diesen werden Rechts (Ziel) die Anzahl der Studienplätze (basierend auf den Erstabschlüssen) in einem Modell mit Zugangsbeschränkungen gegenübergestellt.

Dabei wurden die neu Zugelassenen Studien im Studienjahr 2014/2015 mit den Absolvent_innen desselben Studienjahres verglichen.

GEWI = Geisteswissenschaftliche Studien
REWI = Rechtswissenschaftliche Studien
NAWI = Naturwissenschaftliche Studien
SOWI = Sozialwissenschaftliche Studien

Daten: Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, uni:data Datawarehouse Hochschulbereich des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft,  (01.03.2017).

Veränderung der Studienzahlen an der Wirtschaftsuniversität Wien.

Links (Quelle) siehst du die Anzahl an begonnenen Bachelor- und Diplomstudien nach unterschiedlichen Fächergruppen. Diesen werden Rechts (Ziel) die Anzahl der Studienplätze (basierend auf den Erstabschlüssen) in einem Modell mit Zugangsbeschränkungen gegenübergestellt.

Dabei wurden die neu Zugelassenen Studien im Studienjahr 2014/2015 mit den Absolvent_innen desselben Studienjahres verglichen.

Daten: Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, uni:data Datawarehouse Hochschulbereich des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft,  (01.03.2017).

Veränderung der Studienzahlen an der KFU-Graz.

Links (Quelle) siehst du die Anzahl an begonnenen Bachelor- und Diplomstudien nach unterschiedlichen Fächergruppen. Diesen werden Rechts (Ziel) die Anzahl der Studienplätze (basierend auf den Erstabschlüssen) in einem Modell mit Zugangsbeschränkungen gegenübergestellt.

GEWI = Geisteswissenschaftliche Studien
REWI = Rechtswissenschaftliche Studien
NAWI = Naturwissenschaftliche Studien
SOWI = Sozialwissenschaftliche Studien

Dabei wurden die neu Zugelassenen Studien im Studienjahr 2014/2015 mit den Absolvent_innen desselben Studienjahres verglichen.

Daten: Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, uni:data Datawarehouse Hochschulbereich des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft,  (01.03.2017).

Veränderung der Studienzahlen an der Universität Innsbruck.

Links (Quelle) siehst du die Anzahl an begonnenen Bachelor- und Diplomstudien nach unterschiedlichen Fächergruppen. Diesen werden Rechts (Ziel) die Anzahl der Studienplätze (basierend auf den Erstabschlüssen) in einem Modell mit Zugangsbeschränkungen gegenübergestellt.

Dabei wurden die neu Zugelassenen Studien im Studienjahr 2014/2015 mit den Absolvent_innen desselben Studienjahres verglichen.

GEWI = Geisteswissenschaftliche Studien
REWI = Rechtswissenschaftliche Studien
NAWI = Naturwissenschaftliche Studien
SOWI = Sozialwissenschaftliche Studien

Daten: Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, uni:data Datawarehouse Hochschulbereich des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft,  (01.03.2017).

Veränderung der Studienzahlen an der Universität Klagenfurt.

Links (Quelle) siehst du die Anzahl an begonnenen Bachelor- und Diplomstudien nach unterschiedlichen Fächergruppen. Diesen werden Rechts (Ziel) die Anzahl der Studienplätze (basierend auf den Erstabschlüssen) in einem Modell mit Zugangsbeschränkungen gegenübergestellt.

Dabei wurden die neu Zugelassenen Studien im Studienjahr 2014/2015 mit den Absolvent_innen desselben Studienjahres verglichen.

GEWI = Geisteswissenschaftliche Studien
NAWI = Naturwissenschaftliche Studien
SOWI = Sozialwissenschaftliche Studien

Daten: Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, uni:data Datawarehouse Hochschulbereich des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft,  (01.03.2017).